Die jungen Wilden kommen (1960 - 1980)
Zum engen Kreis der genannten Personengruppe gehörten u.a. Klaus Ahlheim, Norbert Germann und Rolf Burkhardt sowie Willi Trost, den man als "geistigen Führer" der Truppe bezeichnen konnte. Er blies nicht nur die Trompete par excellenze sondern er verstand es gut, mit den jüngeren Bläsern umzugehen. Daraus ergab sich, dass die Truppe im Hause Trost ein- und ausging. Besonders vor und nach Proben oder Auftritten war das Haus Trost Treffpunkt und Domizil.

In dieser Zeit kam es immer wieder zu Unstimmigkeiten in den Proben, was das Repertoire anbelangte. Es war üblich, dass fast nur Kirchenmusik gespielt und erst zum Ende ein oder zwei Militärmärsche oder eine Ouvertüre aufgelegt wurde. Das war den jungen Wilden natürlich zu wenig, hatten sie doch genug Talent und Ergeiz, um sich an anderes zu wagen. Außerdem wussten sie, dass irgendwo ein altes Schlagzeug schlummerte und so wurde klar: Dieses Schlagzeug musste aktiviert werden.

Es stand auf einem Speicher in der Ernst - Ludwig - Str., die man damals wohl als die musikalischste Straße Groß - Rohrheims bezeichnen konnte. So zog die Truppe mit dem Handwagender Familie Burkhardt zu Peter Weickert (Schmoller - Peter) und holte von dort eine alte Pauke, eine kleine Trommel und ein Becken, das mit einem Stab auf die Pauke geschraubt wurde.

Nun ging der eigentlich Kampf aber erst los, denn die einen wollten die alte Linie beibehalten, die anderen versuchten, die "Führung" umzustimmen. So kam es mitunter zu Boykottdrohungen und Streiks. Es soll vorgekommen sein, dass einer der älteren Bläser die Flügelhörner und den Schlagzeuger gegen 21 Uhr im Hause Trost persönlich zum Probenbesuch überredet hat.

Was aus dem Ganzen wurde, sehen wir heute. Es war wie immer im Leben: Nach Findung eines Mittelweges ging es weiter oben, und der Ergeiz der damaligen Jungbläser war der Grundstein für die musikalische Weiterentwicklung des Chores. Dabei hatte keiner der jungen Wilden je ans Aufhören oder Resignieren gedacht, denn im Mittelpunkt stand immer die Gemeinschaft, der Chor.

Resümee eines Bläsers, der mit dem Verein 50 Jahre alt wird:
"Ich möchte keine der Proben, Auftritte, Feste oder Ausflüge mit meinen Bläserfreunden missen. Möge dies auch ein kleiner Denkanstoß für alle Ehemaligen und Noch - Bläser sein..."